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Interessanter Abend aus Anlass der Gründung der EUD vor 69 Jahren in Syke

Die Veranstaltung zum Thema „Ach Europa – eine Antwort an die Zweifler“ war gut besucht, auch Dr. Helga Trüpel (Europaabgeordnete aus Bremen) und Bürgermeisterin Suse Laue nahmen teil.

Nach einem typisch osteuropäischen Abendessen im Café der alten Posthalterei und einer Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden der Europa-Union (EUD) folgte im Spieker dieses Ensemble eine Einführung mit einem Beitrag zum Thema Europa aus der ARD-Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“
„Ach Europa“ – diesen Stoßseufzer griff dann der Referent des Abends, Hermann Kuhn, Bremer Landesvorsitzender der überparteilichen Europa-Union Deutschland (EUD) auf und präsentierte gleich eine Vielzahl von Argumenten, die die Lebendigkeit der europäischen Idee deutlich machten. „Europa ist nicht gescheitert - im Gegenteil!“, und zählte eine Vielzahl von erfolgreichen Projekten auf, die für uns heute bereits selbstverständlich sind: grenzenloses Reisen, offene, für jede Nationalität zugängliche Arbeitsmärkte, Freizügigkeit, einheitliche Währung, um nur einige hervorzuheben. Allerdings ist der alte Kontinent etwas müde geworden und sucht nach neuen Impulsen für die nächsten Schritte: „Vergessen wir nicht, dass unser heutiges Europa erst vor rund 70 Jahren erste, konkrete Formen angenommen hat. Zeitgleich wurde in Syke die Europa-Union Deutschland  gegründet, eine überparteiliche Bürgerrechts-Bewegung. „Im nächsten Jahr feiern wir einen runden Geburtstag“, sagte Kuhn. Europa ist ein demokratischer Prozess, der von und mit Kompromissen lebt. Ein Europa nach eigenen Vorstellungen kann es nicht geben, Kompromisse sind die Regel. Kein Land wird ausschließlich „seine“ Ideen durchsetzen können. Deutschland muss sich  seiner besonderen Verantwortung in Europa bewusst sein, denn unser gemeinsames Ziel ist ein „europäisches Deutschland“ und nicht ein „deutsches Europa“. Aussagen wie „in Europa wird wieder deutsch gesprochen“ sind hier wenig hilfreich. Stattdessen ist politisches Fingerspitzengefühl das Gebot der Stunde.

Europa ist ein Raum des Rechts. Diese Rechtssicherheit und eine schier unendliche kulturelle Vielfalt haben, zusammen mit einer 70jährigen Friedenszeit seit dem 2. Weltkrieg, eine starke Anziehungs-kraft auf Menschen anderer Länder, die unter schwierigen Umständen leben. Europa wird auch in Zukunft ein Einwanderungsgebiet sein, so wie in Jahrtausenden zuvor. Momentane Irritationen durch neo-nationalistische Tendenzen in einigen Ländern, insbesondere in Osteuropa, aber auch in Frankreich und anderen Gründerstaaten können den Einigungsprozess verzögern, aber nicht verhindern. Das gemeinsame, langfristige Ziel heißt unverändert „Die Vereinigten Staaten von Europa“.
Hermann Kuhn ist sicher, dass Europa auf einem  guten Weg zu diesem Ziel ist. Allerdings: „Wir brauchen Geduld und noch einmal Geduld“. Er hob abschließend noch einmal die Entscheidung zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen hervor. „Angela Merkel hat hier eine zutiefst menschliche Entscheidung getroffen, die weltweit sehr beachtet wurde“. Allerdings hätte eine vorherige Abstimmung mit den europäischen Partnern einige Irritationen vermeiden können.

Zum 70. Jahrestag der Gründung der EUD wird es am Vorabend in Berlin einen Empfang und am eigentlichen Gründungstag am 9. Dezember in Syke eine Veranstaltung im Ratssaal geben, dies verriet uns der Kreisvorsitzender Gerhard Thiel schon mal vorab.

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